Hier wäre nun wohl der Zeitpunkt diesen Thread zu beenden oder nochmals ordentlich Öl ins Feuer zu gießen.
Aber ich denke, dass ersteres die bessere Variante ist.
Da ich für typo3 nicht mehr wirklich viel übrig habe werde ich kaum wiedersprechen. Dennoch scheint mir, daß das, was ich anregen wollte, mal wieder nirgendwo fruchtet.
Ich versuche das nochmal klar zusammenzufassen:
TYPO3 ist für "uns" keine heilige Kuh und wir wissen ebenso wie du, dass andere Software, jetzt schon 100x erwähnt, standardmäßig in anderen Bereichen besser ist, teilweise sehr viel besser.
Und genau diese Betrachtung, typo3 nicht als heilige Kuh sondern in seinen Stärken und Schwcähen beschrieben, nebst alternativen, das fehlt mir deutlich.
Wenn wir mal von den ganzen "wir-können-es-ja-programmieren"-Aussagen absieht und betrachtet, wofür typo3 gut ist und wofür andere Systeme gut sind, dann lässt sich hier ein sehr schöne Übersicht schaffen. Im Sinne von Vorteile/Nachteile und vergleichen.
Z.b.
CMS Forum Community Redaktion Sicherheit
typo3 - - +++ ++
Joomla + ++ + -
vBulletin +++ ++ - +++
Das ist nur ein kleines Beispiel und präsentiert nur meine Meinung. Doch mal greifbar: Das ganze als kleines Voting-Script, wo jeder, ohne viel Anmelde-Blabla draufklicken kann. Das zeigt dann eine Art "allgemeine Meinung".
Und jetzt generalisiere ich mal wieder: Gerade bei dem Minus für Forum und Community scheinen mir viele typo3-Fans blind zu sein. Dann kommen Aussagen wie "können wir". Wenn´s keine Extension gibt dann heißt es "lässt sich programmieren".
Ich halte es für produktiv, Grenzen klar zu definieren, denn die lassen die Stärken an anderen Stellen auch besser herauskommen. Das ist allgemein so in der Wirtschaft (und wird allgemein mißachtet).
Die Post will Lotto-Systeme verkaufen, Fisherman´s Friend Kaugummies verkaufen und bei den Banken können Depots eröffnet werden. Die ganzen "Ableger-Produkte" sind immer wieder katastrophen.
Erfolgsmeldungen kommen von klar definierten Grenzen: Chuba Chups haben einen Siegeszug mit Lutschern hingelegt, das sind Lutscher, punkt und fertig. Und es sind die besten, so das marketing. Sehr überzeugend.
Miraculi sind Spagetti mit Tomatensauce. Da ändert sich nichts dran, obwohl Kraft seit Jahrzehnten versucht, die Tortellini, die Crawattini und die Maccaroni zu platzieren.
Richtig gut sind die Unternehmen/Produkte, die sich entschlacken. Es gab eine große Kaufhauskette in Amerika, ähnlich wie Quelle und Karstadt/Kaufhof in Deutschland. InterStore hießen die. Rote Zahlen in fast jeder Abteilung. Nichts hat funktioniert, bis auf einen einzigen Bereich: Spielwaren.
Dann kam ein neuer CEO und hat sich auf eine Sparte konzentriert, nämlich die einzige, die Gewinn macht: Spielwaren. Toys´R´Us ist der neue Name und der Konzert ist heute International führend.
Diversifizierung ist die katastrophe, und wenn in der Typo3-Entwicklung von vornherein klar gewesen wäre, auf was man sich konzentriert und an welchen Stellen andere besser sind, dann hätte Typo3 einen ganz (!) anderen Ruf.
Stellt euch vor, der Markt ist ja nicht groß, Integrationen von phpBB2 und vB wären Standart.
Im Shop-Bereich wüsste ich nur OSCommerce.
Typo3 hätte ein hervorragendes Standing, und würde mit jedem vB-Käufer und jedem phpBB-Anwender weiter wachsen.
Genau das passiert aber nicht. Und wir sind wieder beim Kern: Die Integration von typo mit einer anderen Software ist ein Horror und typo3 einzusetzen macht fast keinen Sinn, wenn eine Community oder ein Forum oder ein Shop gebraucht wird. Fast wird bei einer typo-Installation das CMS wichtiger als der Inhalt.
Mir als Kunden ist das Ergebnis wichtig. Mir ist es völlig wurscht, ob das System dahinter typo, joomla, mambo, dupral, phpBB2, vBa, vBulletin oder sonstwie heißt. Bei typo allerdings bin ich durch das System gezwungen worden, eigene Prozesse zu ändern. Das ist so, wie wenn der Fernseher bestimmt, was ich gucken muß.
DAS meine ich mit der HÖRIGKEIT. Mit der heiligen Kuh. Wer folgt hier wessen Regeln? Bei vBulletin ist es am deutlichsten: Ich kann es gestalten, wie ich will, und bin immer wieder davon überrascht, daß die Standart-Lösungen von vB oft, nicht immer aber sehr oft, besser sind, als meine eigenen Pläne.
In den anderen Fällen ist das ganz schnell zu ändern.
Bei dem versuch, einen Single-Log-In zwischen typo und vB hinzubekomme kriege ich den Tenor, daß typo3 ein so geniales Login hätte, daß es sich nur sehr schlecht mit den "minterbemittelten anderen" Systemen verträgt. Ist das der Sinn und zweck? Das perfekte System im Elfenbeinturm?
Beim CHC-Forum ist die Funktionalität erschreckend. Es ist ja nicht nur, daß es langsam ist. Es ist das einzige (!) Forum, was ich je erlebt habe, wo es keinen Notifier gibt. Keine möglichkeit, daß eine Mail kommt, wenn ein neuer Beitrag geschrieben wurde.
Nein, stimmt nicht. Wenn ich mich recht entsinne gab es eine Funktion, mit der ein neuer Beitrag einmal täglich (!) an den User geschickt wurde, so lange, bis er den Beitrag gelesen hat.
An der Stelle frage ich mich, ob CHC wirklich irgendwo eingesetzt wird oder eher eine Alibi-Lösung ist um zu zeigen "wir-haben-auch-ein-forum".
Gucken wir uns das mittwald-Forum hier an. Als ich das erste Mal hier reingeguckt habe war ich erschrocken, was für ein unangenehmes, unbenutzbares Form-System hier im Einsatz ist. Ich dachte mir, mittwald ist eben keine Forums-Domain sondern ein Anbieter, der eine kleine Diskussions-Spielwiese dabei hat.
Heute sehe ich das anders und ziehe meinen Hut davor, wie genial dieses Forum für ein typo-Umfeld ist. Doch gleichzeitig stelle ich mir die Frage, ob die Integration von phpBB2 oder vBulletin nicht doch deutlich mehr Ergebnis für deutlich weniger Arbeit geliefert hätte.
Diese Fakten sprechen auch immer wieder zwischen den Zeilen durch. Irgendwo hier in diesem Thread stand genau dieses Beispiel: Toll, was Mittwald hier aus dem Forum gemacht hat. Ja, stimmt, absolut toll. Und doch ... nur solange toll, wie wir es nicht mit vB oder phpBB2 vergleichen. Toll nur im Vergelich dazu, was mit typo3 in Sachen Forum möglich ist.
Beste grüße, Jobolo!