Sehe ich definitiv nicht so, aber meine Meinung ist immer, dass TYPO3 nicht für alles geeignet ist und ich denke ich habe das auch immer so kommuniziert.
Es geht auch nicht um Dich, es geht um die allgemeinen Informationen. Manchmal scheint mir, daß die Typo3-Gemeinde etwas zu sehr verliebt ist in das eigene System (Generalisierung) und kaum in der Lage ist, kritisch zu überprüfen.
In DIESEM Forum habe ich auch präzise gefragt, alle Anforderungen aufgezählt, darunter waren "Messaging" und "Forum", und gefragt, ob Typo3 dafür geeignet ist. Die Antwort war: Eindeutig JA.
Da die Forumssuche hier nicht allzu komfortabel ist finde ich den Beitrag jedoch nicht wieder.
Zu dem Zeitpunkt als ich eingestiegen bin wurde massiv über die phpBB2-Integration diskutiert, von einer vB-Integration war noch nicht die Rede. Daß typo3 dann bei 750 Beiträgen in die Knie geht (mehr als 12 Sekunden zum Laden einer Seite auf einem guten Server) ist für mich vor allem ein Hinweis, daß kaum wer typo3 als Community in einer PRoduktiv-Umgebung einsetzt, die auch wirklich "am leben" ist.
Typo3 ist für mein Empfinden als Community-System völlig falsch. Erst im Laufe von 2006 kamen diverse Forums-Integrationen dazu, für phpBB2 und für vB, allerdings beide sehr (!) unangenehm, nicht wirklich schön zu nutzen. Zudem ist es kein Single-Login sondern ... er ging nur einseitig und es hat einfach alles nicht so recht gepasst.
Hier muss die 1. Unterscheidung getroffen werden zwischen TYPO3, also dem Core, und Extensions.
Die Treffe ich. Und wenn ich die Frage stelle, ob typo3 sich als Community eignet, dann gibt es zwei Varianten, in denen ein "Ja" gültig ist:
- Weil es die Extensions gibt
- Weil es im Core so vorgesehen ist
Keines von Beiden hat gestimmt. Ob die Extension Schrott ist oder der Core ist mir dabei egal: Das Ergebnis stimmt nicht.
NOch einmal: Aus heutiger sicht weiß ich ganz klar, daß Typo eine Fehlentscheidung war. Leider eine sehr teure. Wirklich ärgerlich finde ich, daß die Aussagen, alle meine Anforderungen würden wunderbar erfüllt werden von einigen recht großen Namen aus der Typo-Szene kamen. Die Firma, die es mir gemacht hat, war groß, und die Jungs, die mir dazu geraten haben, auch.
Typo3 hat sicherlich eine Existenzberechtigung. Eine sehr klar zu definierende. Doch nachdem ich mich eine ganze Weile kundig gemacht habe und am Ende mit ziemlichem Tempo in ein offenes Messer gelaufen bin ist mein Eindruck, daß bei Typo3 die Kunden die Probleme leider erst hinterher mitbekommen. Das ist eine ähnliche Politik, wie sie SAP gerne unterstellt wird: Ein System günstig verkaufen und nachdem die Abhängigkeit aufgebaut ist ganz massiv im Support zugreifen.
Okay, das ist arg hart ausgedrückt. Ich weiß natürlich, daß das nicht auf alle typo3-Programmierer zutrifft. Doch noch einmal: Aus heutiger Sicht ist die Fehlberatung sehr eindeutig. In Zahlen: 7.400 Euro für Typo auszugeben, und es im Rahmen von eineinhalb Jahren nicht zum Laufen zu bekommen, nach einem halben Jahr die Fehler auf Fehlabsprachen und Programm-Unfähigkeiten zu schieben, das ist derb.
Ein konkretes Beispiel: Nachdem klar war, daß das Forum nicht im mindesten das aushält, was es aushalten soll, kriege ich zu hören "Das wußten wir nicht.". Pech, Thema durch. Die Jungs, die mein System aufgesetzt haben, fühlen sich nicht für die Mängel im Forum verantwortlich. Allerdings habe ich das Forum nicht ausgesucht sondern gesagt bekommen, unter typo3 läuft nix anderes richtig.
Genau diese Art von Geschäft habe ich bei typo3 recht oft mitbekommen. Typo3-Programmierer zu finden ist fast unmöglich, unter RAC meldet sich fast niemand, das ganze treibt die Preise immer weiter hoch, und wie schon gesagt habe ich nach eineinhalb Jahren (!) keinen WEg mehr gesehen, typo3 auch nur irgendwie auf einen akzeptablen Stand zu bekommen.
Konkret in Zahlen:
Wenn ein typo3-Programmierer für 7.400 Euro nicht ein System aufstellen kann, wo ein Forum, ein Messaging-System, ein Newsletter-VErsand, ein Shop und ein Unique-Design drinnen sind, dann taugt das nichts.
Im Gegenzug sind das zum großen Teil Standart-Funktionen. vBulletin mit vBadvanced (einfachste Lösung, perfektes Forum/Messaging) kostet 149 Euro, ein Unique Design dazu kostet ca. 800 Dollar. Vor vB lässt sich auch Dupral oder Joomla schrauben, alles nicht viel Geld. Die Geschwindigkeit ist dann das, was typo3 gerne versprechen würde. Aus heutiger Sicht: 12 Sekunden für den Aufbau einer Forumsseite (keine Suche) bei 750 Beiträgen? Heute kommt mir mein Forum langsam vor, wenn es bei einer Suche in 25.000 Beiträgen mehr als zwei Sekunden braucht.
Die Rechtevergabe ist der einzige Vorteil, den ich bei typo3 finden konnte. Das ist wirklich das allereinzige, wo ich kein System wüsste, daß das besser macht als Typo3. Und wenn nicht eine ungeheuer Komplexe Rechtevergabe nötig ist wüsste nicht kein, wirklich kein einziges Argument, das für typo3 spricht.
Es ist schade, daß ich diese Erkenntnis erst nach 7.400 Euro mache. Ohne diese Erfahrung würde ich mich nicht zudem so über typo3 ärgern. ABer es ist nunmal so, und auch da scheine ich nicht der einzige zu sein, den typo3 deutlich mehr gekostet hat als geplant.
Beste Grüße, Jobolo.
PS: Da ich momentan sehr laut lästere bin ich Anonym eingeloggt. Ich weiß, daß ich mich momentan richtig darüber ärgere und es wäre unfair, das mit einem Programmierer in Verbindung zu bringen.