Ich kenn so manchen Chef der rum jammert und dann mit einem A8 kommt.
Ein A8 kostet so um die 70.000 Euro? Jetzt kommt meine Pi-x-Daumen-Kostenrechnung:
A8 geleast über 3 Jahre entspricht ca. Anschaffungswert / 6 Jahre = 970 Euro pro Monat. Nach drei Jahren kann der Wagen für einen vorher bestimmten "Restwert" gekauft werden, der ca. 2/5 des Anschaffungswert entspricht = 28.000,- €. Der Chef fährt den Wagen für weitere 18 Monate und kann den Wagen dann als Gebrauchtwagen für ca. 20.000,- € verkaufen (die letzten 18 Monate somit für ca. 440,- € pro Monat).
Fazit: Der Wagen kostet somit nur 43.000,- €. Und das ganze über Leasingfinanzierung zwecks Liquiditätsschonung und späteren Abschreibungsmöglichkeiten durch Übergang in den Besitz.
Die Rechnung ist eine absolute Pi-mal-Daumen-Rechnung - bitte nicht zerreissen.
Was machen Firmen nun eigentlich, wenn es denen finanziell nicht so gut geht? Sie kaufen sich einen neuen A8! Warum: Durch den Verkauf des alten A8 landen 20.000,- € in der Kasse und stehen als Liquide Mittel zur Verfügung, der neue Wagen wird wieder mit 970,- € geleast. Und wenn das dann am Jahresende gemacht wird, sehen die Jahreszahlen somit um fast 20.000,- € schöner aus. Gängige Praxis.
Nicht mit eingerechnet ist, dass der Chef sein Firmenfahrzeug mit 1% versteuern muss, somit hat auch er brutto 700 Euro pro Monat weniger in der Tasche, netto also ca. 300,- €. Spritgeld hingegen kann er im Regelfall voll anrechnen. Pro Woche eine Tankfüllung von 75,- € machen somit fast 4.000,- € auf Kosten der Firma die Absetzbar sind. Der Firma fehlen somit 4.000,- €. Würde der Chef dieses Spritgeld aus der eigenen (privaten) Tasche zahlen, dann währe dass von versteuertem Geld. Er würde somit, um das gleiche zu erhalten, ca. 6.000,- € entnehmen, der Rest geht an Steuern drauf. Was ist für die Firma also günstiger? 6.000,- € oder 4.000,- €?
Leider ist aufgrund von Steuern die Gesamtsituation nicht vergleichbar mit der privaten Situation, wenn man sich ein Auto kauft. Viele Mitarbeiter versuchen aber, die Firmenwagen-Situation auf die eigene Situation zu übertragen. "Wenn es mir schlecht geht, kaufe ich mir doch kein neues Auto"! "Der Chef tankt auf Firmenkosten"!
Ob es immer ein A8 sein muss, sei dahingestellt. Ich fahre auf jeden Fall keinen und könnte dieses den Kollegen auch nicht gegenüber verantworten.
P.S.: Wer meine obige Rechnung betrachtet wird feststellen, dass Audi den A8 für 63.000,- € verkauft hat und nicht für 70.000,- € Listenpreis. "Versteckte Rabatte" ;-)