Hallo TYPO3-Gemeinde,
als Urheber des hier zur Diskussion gestellten Blogbeitrages und als langjähriger (wenn auch seit meiner Zeit in Asien recht inaktiven) Members, sei es mir gestattet, ebenfalls Stellung zu nehmen.
Ich möchte hier nicht jeden Punkt von @einpraegsam.net zerpflücken, er ist anderer Meinung und es ist gut, dass es eine Meinungsvielfalt gibt. Ich werde also nur Gründe für mein Verhalten nennen, aber niemandem meine Meinung aufzwingen. Nachdenken hat noch nie geschadet und jemand der sagt, dass er alles richtig macht, hat schon das erste falsch gemacht. (Meine Antworten sind analog zum Beitrag von @einpraegsam.net nummeriert.)
1. Die persönliche Kirtik an Robert Lemke wäre tatsächlich nicht unbedingt nötig gewesen, weil sie nichts mit dem Thema an sich zu tun hat, ich habe auch eine Weile überlegt, ob ich es überhaupt schreibe. Aber ich lebe in einem asiatischen Land, in Thailand, und in Asien sind neben dem Inhalt halt auch die Äusserlichkeiten wichtig. Ein professioneller Moderator, der natürlich die Entwickler zu Wort kommen lässt, würde die Konferenzen sehr aufwerten. Auch wenn die Sprecher etwas hätten, woran sie sich "festhalten" können (etwa ein Podium oder einen Tisch, an dem sie sitzen) würde ihnen das viel mehr Sicherheit geben. Peinliche Pausen überbrückt dann der Moderator.
2. Auch das hat mit Professionalität zu tun. Wenn ein neues Produkt vorgestellt wird, sollte zumindest nicht eine leere Seite auf der Produkt-Homepage erscheinen. Das ist ja unterdessen gottseidank behoben. Kunden achten da sehr wohl darauf. Ist etwas gut dokumentiert, wird es als gut wahrgenommen, auch wenn ein Kunde sie natürlich nicht liest.
3. Auch ich finde den Ansatz "genial" - aus technischer Sicht. Aus praktischer Sicht finde ich aber leider, dass es noch nicht zu gebrauchen ist und dass man etwas sehr ähnliches mit Drupal 7 bereits fertig in Händen hält. Ein Hype um TYPO3 Neos ist keineswegs gerechtfertigt. Es braucht mit Sicherheit noch ein bis zwei Jahre, bis es wirklich fertig und einsetzbar ist.
4. Sicher trifft die Geschäftsleitung die Entscheidung, was eingesetzt wird. Sie wäre aber genauso sicher nicht gut beraten, wenn sie das nicht in Absprache mit den Mitarbeitern täte. Wir beschäftigen ja keine Motorrad-Kuriere sondern Programmierer.
5. Es geht ja nicht darum, dass ein Programmierer nun bei Google, TYPO3 Neos nicht findet, sondern es geht darum, dass die Leute, die den Begriff "Neos" vorher und zuerst verwendet haben, ganz bestimmt nicht glücklich über die absehbare und erhebliche Umstrukturierung der zukünftigen Google-Ergebnisse sind. Man könnte schlicht auch "unfair" dazu sagen.
6. Aber es haben doch Entwickler über den Namen entschieden, oder nicht? Wieso wird Dir da anders? Das Problem ist nach meinere Meinung nur, dass der Name halt etwas platt ist. Ein System einfach "neu" zu nennen und das nach so langer Zeit des Überlegens, ist nun wirklich kein Kuss der Muse.
Zum letzten Satz sei gesagt, dass ich mich sehr wohl schon oft dazu durchgerungen habe, Kunden TYPO3 in Asien zu präsentieren. Die meisten wollen es aber nicht. Sie wollen Drupal oder Joomla!, was soll ich dagegen tun? Fragt Snowflake in Japan, die werden ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
TYPO3 muss sich mehr international aufstellen, etwas professioneller agieren und stabile, zukunftsweisende und vor allem fertige Produkte präsentieren.
Die Herumeierei bei den Versionsnummern ist doch nichts, was Stabilität suggeriert. Es führt einfach nur dazu, dass sich keiner mehr auskennt.
Viele Grüsse aus Bangkok
Dieter Bunkerd