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Preisliche Einschätzung

Erstellt am 5. November 2006 · 7 Antworten · letzte Antwort am 19. August 2013

Tags: Frage

T3Herbert ·

Hi!

Ich muss eine Seite mit folgenden Aspekten erstellen, sofern es preislich passt.
* Designerstellung (3 Spalten mit Header und Footer und allem was sonst dazugehört)
* Forum einrichten
* Gästebuch einrichten
* Terminkalender einrichten
* News einrichten
(also immer die Extensions)
* (Kurze) redaktionelle Einweisung in Typo3 und den eingerichteten Extension

Meine Frage:
Wie viel kann man preislich verlangen, wie viel verlangt Ihr für derartige Aufträge. Ich habe mir natürlich Gedanken gemacht, möchte mich jedoch nicht völlig verkalkulieren.

Vielleicht für den Hinterkopf noch: Ich bin Student.

Besten Dank!

Schöne Grüße
Herbert

just2b ·

Hallo Herbert,

hier einen 100% Rat geben ist eigentlich unmöglich. Bin selber (noch) Student, aber das sollte deinen Stundensatz nicht beeinflussen, denn es wird nicht der Beruf bezahlt sondern die Leistung, und die ist davon unabhängig!

Außerdem hängt das ganze ja auch noch vom Kunden ab, wenn das ein Verein ist, der kaum ein Einkommen hat und sozial tätig ist, dann wird das anders ablaufen als für ein Unternehmen.

Auch bei den eingesetzten Extensions kann man von 10min bis einigen Stunden verrechnen, gerade tt_news lässt ja sehr komplexe Sachen zu und wenn alles noch ans Design angepasst werden muss usw...

Je mehr du Anfänger bist, desto mehr empfiehlt sich (IMO!), das ganze nicht mit einem Stundensatz zu verrechnen sondern einen Preis per Modul festzusetzen und der richtet sich nach obigen Dingen und nach dem was du wert bist

Georg

T3Herbert ·

Webentwicklungstechnisch bin ich kein Anfänger mehr, im Gegenteil, Typo3 vielleicht gerade noch, aber eigentlich auch nicht, bin sehr bescheiden 😉. Per Modul das ganze zu verechnen hatte ich eigentlich auch vor.

Wie viel (würdest) berechnest du/ihr, auch wenn es von außen betrachtet noch schwieriger ist abzuschätzen, aber gibt bitte eine Schätzung ab, das würde mir sehr helfen.

Vielen Dank!

Schöne Grüße
Herbert

just2b ·

ich mach das per Stundensatz, weils ab einem gewissen Level fairer für mich ist, aber nimm doch den Stundensatz aus deinem bisherigen Bereich, schlag was drauf wenn du meinst das TYPO3 mehr wert ist bzw deine Arbeit und multipliziere

georg

T3Herbert ·

Bisher habe ich nur als 400€-Nebenjob bei einer Firma während meiner Schulzeit gearbeitet. Deshalb kann ich das wirklich gar nicht einschätzen.

Wären wir bei dir/euch schon im 4-stellingen Bereich?

Gruß
Herbert

karlchen ·

na ja, als Student solltest du eh wissen das du eine gewisse Grenze an einkommen pro Monat nicht übersteigen solltest, da du sonst Probleme mit dem Finanzamt bekommen kannst.

Nen Kumpel von mir hat in einer kleinen Firma mal gearbeitet die Typo3 Seiten gemacht haben. Für eine normale Standartseite, also etwa das was bei du angesprochen hast, nehmen sie 1200 € oder 1600€ (kann ich gerade nicht mehr so genau sagen),alleine für eine minimale Einführung in T3 werden noch mal 800€ berechnet. Dann kommen noch extra Kosten hinzu falls die Extensions modifiziert werden sollen bzw sogar eigene geschrieben werden müssen.
Aber wie gesagt das ist eine kleine Firma wo auch ein paar Leute hinter stehen.
Als Student, finde ich, hat man halbwegs noch die Freiheit zu sagen wieviel man denn haben selbst haben will. Sie dir dein gegenüber an und frag dich selbst was du ihm abknöpfen kannst.
Ich hatte auch schon Jobs wo ich den Arbeitgeber absolut nicht leider konnte,da er einfach inkompetent war und nur nen grossen hannes gemacht hat. Bei ihm hatte ich dann auch keine "Skrupel" etwas mehr Geld zu verlangen, als Student immer drauf achten sich solche Summen dann über mehrere Monate auszahlen zu lassen.
Ich habe aber im Gegenzug dazu auch schon nen Job für 200€ gemacht, in dem Fall auch nen Typo3 aufgesetzt, weil die Situation einfach stimmig war und der Arbeitgeber auch nicht in der Lage war dort mehr zu machen.

Also Bilanz des ganzen, als Student kannste für das was du da machen solltst schon 2-3 Monatsmieten verlangen 😉 .

Karlchen

crimson ·

Die Preisgestaltung ist in unserer Branche mit die schwierigste Aufgabe. Das liegt daran, das die Kunden unsere Arbeit oft nicht zu schätzen wissen, den der Sohn der Nachbarin kann das schließlich auch und der ist erst 13 Jahre alt. Zum anderen haben einige von auch eine Zeit lang aus dem vollen Geschöpft und dem Vertrauen der Kunden in uns langfristig geschadet.

Eine Agentur wird für einen Auftrag wie diesen, je nach Kunden mit Sicherheit einen fünfstelligen Betrag berechnen. Du könntest und solltest betriebswirtschaftlich an die Sache heran gehen. Dann fließen in Deinen Stundenpreis die Kosten für Dein Equipement, Strom, Miete fürs Büro, Software etc. ein. Hast Du dann den Stundensatz festgelegt, sagen wir jetzt mal beispielsweise 55 Euro, solltest Du realisitsch versuchen einzuschätzen wie lange Du für den Auftrag brauchst. Nehmen wir mal an 10 Manntage. Dazu kommen die Kosten für den Designer (ich nehme jetzt mal keinen Profi und rechne mit 1.200 Euro). Hinzu kommt die Schulung 4h à 55,- Euro plus 100 Euro Materialien.

Dann wäre wir bei

4.400,- 10x8x55,-
1.200,- Design
320,- Schulung
----------------------------
5.920,-

So und jetzt kommt der schwierige Teil. Die Politik.

Dein Kunde wird eventuell von der Zahl erschlagen und erleidet einen Herzinfarkt weil er der Metzger aus'm Dorf ist und soviel in grade mal in drei Monaten erwirtschaftet. Dann kannst Du Dir überlegen ob und wie viel Du runter gehen kannst und möchstest um den Auftrag an Land zu ziehen und ab wann das Ganze für Dich unrentabel wird. Hier ist auch zu berücksichtigen, dass Du noch "rookie" bist und Dein Support für den Kunden sicher überschaubar ist. Leider spielt in diese Überlegung oft Gedanken wie "Ich hab grade eh nix zu tun" oder "so bekomme ich den Fuss in die Tür" hinein und machen nachhaltig das Preisniveau kaputt. Vielleicht bekommt man dadurch den Fuß in die Tür aber auf dem Fuß wird mit Sicherheit immer wieder getrampelt werden und zwar vom Kunden, der Dich auf diesem Preisniveau festnageln wird und immer weiter versuchen wird Dich zu drücken.

Wenn Du mit den Zahlen bei einem großen Unternehmen auftauchst, halten die Dich für unproffessionell und vergeben den Auftrag einem anderen.

Deine Leistung hat einen bestimmten Wert, unterschreite diesen nicht. Sei Dir aber auch nicht zu sicher, denn das kann schnell arrogant wirken.

Nun weißt Du wahrscheinlich so viel vorher 😉

Viel Erfolg

daylight ·

Dieser Beitrag ist zwar schon ein paar Jahre alt, hat mich aber - unter anderem inspiriert - auf meinem Blog ein paar Dinge zu schreiben, warum Angebote "oft scheitern". Es liegt hierbei meiner Ansicht nach hauptsächlich daran, dass man als Dienstleister viele wichtige Dinge nicht vorab anspricht und dann im Angebotsprozess sich mit Vermutungen und Annahmen quält. Zudem ist häufig nicht klar, ob der Nutzen und der Wert der Leistung für Dienstleister wie Auftraggeber "klar" ist. Wenn dies alles nicht korrekt berücksichtigt wird, dann kommt normalerweise das Erschrecken beim Preis oder die Absage. (... oder man war zu billig!) Aber mehr hier unter http://wertsatz.de/2013/07/25/warum-angebote-scheitern/