akonze schrieb
Aus dem Bauch heraus würde ich mal behaupten, daß 90% aller Typo3 Installationen eben keine Enterprise Installationen sind, sondern kleine bis mittlere Firmenwebseiten. Da ist es nicht so wichtig, daß Imagemagick faktisch besser ist als GD. Es muss laufen und zwar kostengünstig.
Ja und Nein. Du gehst davon aus, dass jedes CMS überall unter den gleichen Voraussetzungen funktionieren soll. Sehe ich nicht so. TYPO3 ist nunmal primär ein System für große Websites, und das ist schon gut so. Für kleine Systeme gibts ne Menge anderer CMS, aber welche Alternative gibts für große Sites? Da fällt mir im OpenSource-Bereich nur noch Drupal ein. TYPO3 ist der Platzhirsch, weil es groß kann. Viele Leute wollen es, weil es die Regierungen, Kommunen und Unis verwenden. Stichwort Skalierbarkeit, Investitionssicherheit etc. Man kann TYPO3 sehr gut für kleine Sites verwenden, aber dann muss man eben mit einem gewissen Overhead leben.
Warum aber nicht für kleine Projekte andere Systeme verwenden? Mal Contao getestet? Deutschsprachige Community, sehr rege, insgesamt ein feines CMS für kleine und mittlere Sites. Es gibt eben Kleinwägen, Cabrios, Familienkutschen und LKWs unter den CMS ...
Ich persönlich realisiere auch kleine Seiten lieber mit TYPO3, aber das liegt daran, dass ich dieses System gut kann, und deshalb ziemlich schnell beim Aufsetzen bin. Ausserdem mögen meine Kunden die umfassenden Möglichkeiten des Backends, vor allem im Zusammenhang mit dem Bildupload. Die knallen einfach ihre Bilder von der Kamera ins System, 6 Megapixel, einfach mal so, Breitband-Verbindung sei Dank. Oder auch ein PDF zum Download, mit der ersten Seite als Vorschaubild. TYPO3 (Imagemagick) frißt das. Ein gut eingerichtetetes, angepasstes Backend ist immer noch das beste Argument für TYPO3, auch für kleine Sites.
Zum Thema preiswert: eine funktionierende TYPO3-Installation bei einem spezialisierten TYPO3-Provider gibts ab ca.5 Euro, im Schnitt für 10,00 und für mittelgroße Seiten so ab 15.00 Euro pro Monat. Bei manchen ist da ein Installer dabei, manchmal sogar automatisches Einspielen der Security-Fixes. Das würde ich preiswert nennen. Vielelicht nicht billig, aber preiswert. Meines Wissens kostet ein Account bei 1und1, unter dem TYPO3 tatsächlich läuft, mindestens das gleiche; bei meinem letzten Vergleich lag 1und1 sogar drüber.
Eine Arbeitsstunde eines Entwicklers liegt in der Regel über 40,00 Euro. Wieviel muss man am Provider sparen, bis sich ein zusätzlicher Installationsaufwand von 2-3 Stunden rechnet? Firmen, denen 10,00 Euro pro Monat für ihren Internetauftritt zu viel ist, können sich meine Arbeit sowieso nicht leisten. (Ausserdem sollten sie ihr Geschäftsmodell überdenken, mein ich 8-) ).
Zum Thema Qualität: 1und1 ist zweifellos einer der größten Provider in Deutschland. Aber ist er damit auch automatisch einer der besten? Ich kann darüber nicht pauschal urteilen, aber meine Erfahrungen sind nicht danach. (Momentan habe ich z. B. einen KK-Antrag laufen, weg von 1und1. Seit fast fast zwei Wochen warte ich auf die Umszugsgestätigung. Normalerweise sollte das in 12 Stunden laufen, nicht in 12 Tagen).
Peter, TYPO3 @ lisardo (Augsburg)