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Beurteilung von Programmierung

Erstellt am 13. August 2013 · 7 Antworten · letzte Antwort am 14. August 2013

Tags: Frage

Drusilla ·

Hallo,
ich möchte mal eine grundsätzliche Frage zu Programmierung unter typoe3 stellen.
Wir vergeben gelegentlich Programmieraufträge an externe Programmierer, um genau zu sein für typo3-Extensions. Die tun zwar im Allgemeinen schon das was sie sollen (auch wenn wir die meisten Fehler selber finden müssen), aber mir ist aufgefallen, dass quasi keine typo3-Programmierschnittstellen verwendet werden: POST/GET-Variablen werden nicht gekapselt, Texte stehen einfach so im Quellcode, so dass es schwer ist, diese zu ändern, bzw. der gleiche Text muss gleich an mehreren Stellen bearbeitet werden, teilweise werden Seiten fest verdrahtet, d.h. ich kann die Extension nur auf dieser einen Seite laufen lassen, etc. Im großen und ganzen scheint es eher wie ein normales php-Script, das zufällig in einer typo3-Extension gelandet ist.

Davon abgesehen, dass ich persönlich finde, dass das überhaupt kein guter Stil ist, ist das ein Grund zu reklamieren? Kann ich jemandem vorschreiben, wie er zu programmieren hat?
Was meint ihr dazu?

Chrissli ·

Generell sollte aber bei Ausschreibungen und Projekten VOR der Vergabe und Umsetzung festgelegt werden, wie die Umsetzung gewünscht ist. Früher nannte man das Pflichtenheft 🙂

Im Großen und Ganzen hat jeder seinen eigenen Programmierstil und Ansichten wie etwas am Besten umgesetzt wird, aber gewisse Grundlagen sollten doch eingehalten werden.
D.h. eine Extension darf IMHO wie ein normales php-Script aussehen, je nachdem was für Inhalte geladen werden. Nicht immer ist es erforderlich und sinnvoll auf Typo3-Boardmittel zu verwenden. Ich denke, wenn mit den Daten entsprechend umgegangen wird ist das ok.

Texte sollten vom Code getrennt sein, das muss nicht zwangsweise über XML Lokalisierungsdateien sein, aber zumindest ordentlich.

Darüber, dass Seiten fest verdrahtet sind kann man so nicht viel sagen, dass kann ggf. erforderlich sein, sollte aber nur selten der Fall sein.

Kurz gesagt: Ja du kannst jemandem vorschreiben wie er zu programmieren hat, dass sollte aber vor der Umsetzung festgelegt werden, möglichst schriftlich, den "Extension" legt jeder anders aus.

jenses ·

Ich an deiner Stelle würde solche Anforderungen wie Nutzung von Core-API und piBase bzw. ExtBAse-Funktionen, Lokalisierbarkeit, Berücksichtigung der Sicherheitsstandards für TYPO3-Extensions etc. in das Pflichtenheft aufnehmen.
Werden dann diese Anforderungen nicht erfüllt, kannst du reklamieren,
ohne konkrete Anforderungen wird es wohl schwer.

Auf der anderen Seite sollte man erwarten können, daß jemand, der sich als TYPO3-Progammierer "verkauft", zumindestens über grundlegende API-Kenntnisse verfügt.

Und dann ist Qualität immer auch (wohl oder übel) eine Preisfrage (TYPO3 und Umfeld haben eine recht steile Lernkurve, es braucht schon Monate oder Jahre an Lernaufwand, um konsistent gute Produkte zu liefern),
bei Schnäppchenangeboten sollte man von vornherein skeptisch sein...

jenses ·
Chrissli schrieb

Texte sollten vom Code getrennt sein, das muss nicht zwangsweise über XML Lokalisierungsdateien sein, aber zumindest ordentlich.

Was ist falsch daran, sich an Standards zu halten?
Man sollte immer davon ausgehen, daß die Extension von einem anderen Programmierer einfach erweitert/geändert werden kann. Nichts ist dabei störender und zeitraubender als nicht standardkonformer Code.

Chrissli schrieb

Darüber, dass Seiten fest verdrahtet sind kann man so nicht viel sagen, dass kann ggf. erforderlich sein, sollte aber nur selten der Fall sein.

Auch hier: wie schwer ist es, sämtliche Variablen per TS konfigurierbar zu machen?
Nenne mir doch bitte einen einzigen Grund, Seiten-IDs fest zu verdrahten...

Chrissli ·
jenses schrieb

Auch hier: wie schwer ist es, sämtliche Variablen per TS konfigurierbar zu machen?
Nenne mir doch bitte einen einzigen Grund, Seiten-IDs fest zu verdrahten...

Zugegeben, ich wüsste spontan keinen, aber ich bin schon des öfteren in die Verlegenheit gekommen, dass Situationen die eigentlich NIE eintreten können eintreten, daher würde ich solch abstrakte Konstrukte nicht generell ausschliessen.

Drusilla ·

Danke für eure Meinungen!

Also, 'ordentliche' Programmierung hat hier mit dem Preis nicht sonderlich viel zu tun, unser externer ist schon recht teuer.

Für die Festverdrahtung von Seiten gab es bei uns bisher noch absolut keinen Grund, im Gegenteil, die eine Anwendung lief deshalb nur auf einer bestimmten Seite, totaler Blödsinn! Da bin ich auch der Meinung, dass man so was eigentlich immer per TS oder Flexform lösen kann.

Das mit dem Pflichtenheft werden wir dann wohl einführen (müssen). Gibt es da spezielle Vorgaben, oder schreibt man nur einfach seine Anforderungen der Reihe nach auf?

jenses ·
Drusilla schrieb

Danke für eure Meinungen!
Also, 'ordentliche' Programmierung hat hier mit dem Preis nicht sonderlich viel zu tun, unser externer ist schon recht teuer.

Ah ja, der hat dann aber wahrscheinlich keinen weiteren Auftrag bekommen.

Drusilla schrieb

Danke für eure Meinungen!
Das mit dem Pflichtenheft werden wir dann wohl einführen (müssen). Gibt es da spezielle Vorgaben, oder schreibt man nur einfach seine Anforderungen der Reihe nach auf?

Man schreibt einfach genau auf, welches Ergebnis man erwartet.
Das erfordert einerseits einiges an Vorarbeit von eurer Seite (in Rücksprache mit dem Kunden),
andererseits erleichtert es die Angebotserstellung für den externen Programmierer sowie die Überprüfbarkeit des Ergebnisses durch euch. Mängel lassen sich dann einfach benennen und reklamieren.

Drusilla ·

Ich trau mich gar nicht zu sagen, dass der schon seit Jahren für unsere Firma arbeitet 😉 , also auch schon bevor ich hier angefangen habe. Wird er wohl auch weiterhin ...

Aber ich hoffe, dass man das dann den ganzen Ablauf in Zukunft besser machen kann.