TYPO3 – Formulare: Eigenbau oder doch lieber Extensions

Über TYPO3 Forms lassen sich bereits im Backend auch von Nicht-Entwicklern anpassen. Mit dem neuesten Release von TYPO3 9.5 LTS ist es sogar noch einfacher geworden. Doch nicht jedem genügen die doch eher rudimentären Funktionen von „form“. So heißt es denn doch selber entwickeln, was nicht jeder kann, oder aber nach einer geeigneten Extension suchen. Wir stellen drei Optionen gegenüber. Welche präferiert ihr?

Ext: form oder doch Powermail oder Formhandler

 

Ein ganz großes Plus der ext: form ist – sie ist systemintern und somit unproblematisch bei Updates und sehr sicher sowie stabil. Allerdings bietet sie nicht viele der Funktionalitäten, mit welchen externe Erweiterungen aufwarten.

Diese punkten in Richtung möglicher und relativ einfacher Designanpassungen sowie Funktionen wie Eventerstellung, Gewinnspielerweiterungen, mehrseitige Formulare, Realisierung von Gästebüchern, einfacher Datenim- und export, u.v.m.

Dafür sind die externen Erweiterungen eingebunden und bringen hierdurch wieder ein Stück Instabilität und Sicherheitslücken mit.

 

Anwendung von ext: forms

 

Die Extension TYPO3: form bietet für die Erstellung von einfachen Formularen bereits das wichtigste. So ist es möglich die Formulare seit Version 8 per Drag’n’Drop zusammenzustellen – allerdings nur in einer einfachen und nicht besonders aufwendigen Layoutform. Viele Funktionen stehen zur Verfügung, auch ohne Programmierkenntnisse. So können viele Eingaben validiert werden wie E-Mail Adressen, URLs, Ziffern, Buchstaben, Ausdrücke und auch eigene Validitoren sind möglich. Forms unterstützt auch Multiple Languages und auch mehrere Formulare auf einer Seite. Es sind bereits einige Finisher enthalten wie E-Mail, Redirect oder auch die Datenspeicherung. Diese ist seit v9.5 auch DSGVO konform.

Was wundert dass es noch nicht fester Bestandteil war in v8, ist das fehlende Double-Opt-In, was programmiert werden muss. Sobald es allerdings ein wenig aufwendiger und schicker werden soll, muss bereits wieder ein Entwickler ran.

Der Vorteil: Er ist vollkommen offen für die Erstellung von komplexen Formularen und Layouts. Jedes Formular kann einzeln völlig frei konfiguriert werden und es können aber auch Prototypen hinterlegt werden. Der Nachteil: Dies bedeutet einen hohen Aufwand und u. U. die Arbeitsteilung und somit Mehrstunden von UI, Redakteur und Entwickler.

 

Anwendung von ext: Formhandler

 

Gleich vorweg: Das Plugin wird bereits seit längerem nicht mehr unterstützt. Das letzte Update stammt aus September 2017 und unterstützt bis TYPYO3 Version 7.6.0 – 7.6.99. In der ext Base wird dieses Plugin deshalb als obsolete eingestuft.

Warum wir es dennoch aufführen? Da viele noch ältere TYPO3 Versionen betreuen und betreiben und da es wirklich ein umfangreiches Tool ist. Von den Machern und Fans wird es auch das Schweizer Messer getauft. Die EXT arbeitet nach dem MVC Konzept (Model, View, Controller). Dies ermöglicht ein hohes Maß an Flexibilität. Ein großes Manko von Formhandler: Es ist auf Basis eines HTML-Templates und kann von diesem abgeändert werden. Oder man erstellt Formulare mithilfe von Subparts, welche im Template zusammengestellt werden können.

Bei beiden Versionen kommt man um Programmieraufwand nicht herum – ist also für reine Redakteure wieder nicht geeignet. Auch müssen bei der Zusammenstellung der Subparts oder der Abänderung der HTML-Datei nicht bestimmte Schritte überspringen oder die Reihenfolge ändern. Es braucht also ein wenig Übung um komplexere Formulare oder Variationen derer zu erstellen.

 

Anwendung ext: Powermail

 

Einfache oder auch komplexe, mehrseitige Formulare sind ohne Probleme mit Powermail zu realisieren. Auch einfache Gästebücher sind aufgrund der integrierten Frontend-Ausgabe erstellen.

Ein ganz großes Plus: Es ist bereits für TYPO3 v9.5 stabil und erste Bugs sind behoben. Das Modul bezeichnet sich selbst als Redakteuren freundlich und sogar als Marketing unterstützend. Funktionalitäten sind z.B. die Opt-In Funktion – unerlässlich in Deutschland. Es beinhaltet eine eingebaute Spam-Prävention und auch viele verschiedene Feldtypen, welche eine eigene CSS-Klasse ansprechen. In jedem dieser Felder kann eine Validierung der Eingaben nach Typoen (Buchstaben, Zahlen, URL,…) festgelegt werden. Die Daten werden hierbei automatisch im XML-Format abgespeichert und können auch automatisch exportiert werden. Spamschutz durch Captcha ist genauso möglich wie das Hochladen von eigenen Dateien durch den Nutzer.

Diese Funktion wie auch der Spam-Schutz sind aber auch in ext: form bereits vorhanden. Option HTML-E-Mails oder Reintext E-Mails können automatisiert an den Empfänger sowie andere Empfänger versendet werden. Das beste Feature ist wohl aber vor allem: Es ist auch für reine Redakteure durchaus ein gut zu bedienendes Tool. So lassen sich auch ohne Programmierkenntnisse Umfragen und Gewinnspiele vom Basis- Formular ableiten und erstellen.

 

Wie immer nur ein Überblick

 

Dies sind natürlich nur oberflächliche und keinesfalls wirklich ausreichende Gegenüberstellungen der Optionen. Vielleicht reicht es aber doch auch schon, eine Vorauswahl zu treffen und sich die eine oder andere Formular Extension genauer unter die Lupe zu nehmen oder ganz zu verwerfen.

Was ist eure Erfahrung? Wir sind gespannt auf typo3.net.