Joomla! vs. TYPO3 - Effizienz trifft Individualität?

Wieso TYPO3 nutzen, wenn Joomla! günstiger, einfacher und schneller ist? Warum das nicht so einfach ist, haben wir versucht, für Euch zusammenzufassen.

Einen Vergleich zwischen unserem TYPO3 CMS und Wordpress haben wir ja hier bereits veröffentlicht, nun ist es an der Zeit, uns das dritte große in Deutschland gängige Content-Management-System etwas näher anzusehen: Joomla!. Joomla! ist als Weiterentwicklung aus dem Open-Source-Projekt Mambo hervorgegangen und besonders in den USA eine sehr beliebte Open-Source-Lösung. Lange war es auch hier noch vor WordPress das beliebteste Open-Source-CMS wenn es darum ging, einfache und schnelle CMS-Standard-Lösungen zu schaffen.

Joomla! – beliebte und billige Konkurrenz zu TYPO3?

Wie wir berichtet haben, unterstützt die TYPO3 Community die Joomla! Community dabei, den Status der Gemeinnützigkeit für ihre Arbeit zu erhalten. Trotzdem sind die beiden CMS Systeme Konkurrenten um Nutzer. Sie haben aktuell fast den gleichen Marktanteil in Deutschland: Mit 11% (TYPO3) und 12% (Joomla!) ist Joomla! allerdings noch ein klein wenig beliebter [man findet hierzu verschiedene Angaben, die beiden Systeme sind aber laut allen etwa gleich beliebt]. Schaut man sich die Durchschnittsbudgets an, die für jeweilige Lösungen in die Hand genommen werden, dann scheint deutlich zu werden, wieso Wordpress und Joomla! den Markt noch vor TYPO3 beherrschen: Während bei den beiden Marktführern etwa 2000€ Budget verplant werden, sind es bei TYPO3 rund 5000€ (Quelle: webkalkulator.de, 02.08.2016).

Doch jetzt kommt das große Aber: Die Größe und Komplexität der einzelnen Lösungen ist hier nicht mit einbezogen. Und da gibt es entscheidende Unterschiede. Der Grund dafür wird wie so oft bei einem genaueren Blick hinter die Fassade schnell klar und liegt in der Verwendbarkeit der beiden Systeme für unterschiedliche Projekte begründet.

Was braucht Ihr: Individualität & Komplexität oder Standard?  

In Punkto Extensions nehmen sich TYPO3 und Joomla! nicht viel – heißen sie bei Joomla! Komponenten, Module und Plugins und bei TYPO3 Extensions, die Auswahl ist doch bei beiden etwa gleich groß. Rund 7400 Erweiterungen gibt es derzeit für Joomla!. Auch Integration und Bedienbarkeit der Erweiterungen sind bei beiden Systemen vergleichbar, wobei die Integration eigener Skripte bei TYPO3 deutlich einfacher ist und die Unterteilung der Erweiterungen bei Joomla! manchmal etwas verwirren kann – insbesondere wenn dann doch Kombinationen verschiedener Erweiterungen für bestimmte Funktionen gebraucht werden.

Wenn es darum geht, individuelle Lösungen insbesondere für große Webauftritte mit diversen Unterseiten oder verschiedenen Sprachoptionen anzulegen, ist das mit Joomla! deutlich komplizierter als mit TYPO3. Denn: Joomla! ist grundsätzlich nicht Multi-Domain-fähig. Während beim TYPO3 CMS die meisten nötigen Funktionen nur aktiviert werden müssen, benötigt man bei Joomla! diverse Erweiterungen, um Domains gemeinsam bearbeiten und pflegen zu können. Diese Erweiterungen müssen, wie bereits erwähnt, oft auch noch komplex miteinander verschaltet werden, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Je größer also der Webauftritt und je mehr Domains kombiniert werden sollen, umso mehr hat TYPO3 die Nase vorne.  

Einfach installiert und schnell gelernt

Auch für Einsteiger lässt sich die Installation von Joomla! gut bewältigen. Zwar dauert diese etwas länger als bei Wordpress, man braucht aber kein spezielleres IT-Fachwissen dafür. Inhalte sind bei Joomla! komplett objektbasiert angelegt und lassen sich ebenfalls vergleichsweise intuitiv verwalten. Entwickler haben dadurch auch die Möglichkeit, recht einfach eigene Erweiterungen zu schreiben und individuell anzupassen. Genau wie bei TYPO3 gibt es außerdem für Anfänger viel Unterstützung aus der Community: Foren, Tutorials und Handbücher helfen bei den ersten Schritten und komplexeren Problemen.  

Auf der sicheren Seite? Sicherheit und Rechtsverwaltung

Zwar gibt die Joomla! Community ihr Bestes, Sicherheitslücken schnell zu schließen und insbesondere beim Joomla!-Core funktioniert das inzwischen auch gut, bei externen Plugins kommt es aber immer noch zu Problemen. Joomla!-Websites sind beliebt, und zwar auch bei Hackern. Wenn man dieses CMS nutzt sollte man – wie eigentlich bei jedem CMS – deshalb immer darauf achten, aktuelle Versionen mit den neusten Sicherheitsupdates zu verwenden.

Ein weiterer Aspekt, der sich zu vergleichen lohnt, ist die Rechteverwaltung. Während individuelle Freigaben bei TYPO3 kein Problem sind, steckt Joomla! da noch ein wenig in den Kinderschuhen. Zwar gibt es auch hier schrittweise mehr und mehr Möglichkeiten, ganz so differenziert wie TYPO3 ist es aber noch nicht und man benötigt Erweiterungen, die teilweise kosten- oder registrierungspflichtig sind. 

Unser Fazit: Wie immer kommt es darauf an, wofür man es braucht

Unser Fazit ist also ein Ähnliches wie bereits beim Vergleich mit Wordpress: Für kleinere Unternehmen und Informationsportale ist Joomla! auf jeden Fall ein gutes CMS, da Standardlösungen sich günstiger realisieren lassen und Inhalte auch von Laien ohne große Einarbeitung schnell und einfach gepflegt werden können. Für komplexere Internetplattformen, größere Portale oder Shop-Lösungen ist es unserer Ansicht nach aber nicht geeignet. Hier hat TYPO3 die Nase eindeutig vorne, nicht nur aufgrund der Multi-Domain-Fähigkeit und der sehr individuellen Skalierbarkeit, sondern auch, weil die neueren Versionen immer benutzerfreundlicher werden. Und sind wir einmal ehrlich: Wer einmal sein Entwicklerherz an TYPO3 verloren hat weiß die Vorteile im Vergleich zu allen anderen der zahlreichen existenten Content-Management-Systeme zu schätzen, oder?

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