Typo3 oder Frameworks?

  • hokl hokl
    Typ im Roten Hemd
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    27. 10. 2007, 00:04

    Hi zusammen!

    Ich habe jetzt mal eine sehr grundsätzliche Frage und hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könnt. Die Website meines Unternehmens soll einem kompletten Relaunch unterzogen werden. Dabei handelt es sich um eine relativ große Online-Jobbörse. Bisher haben wir alles auf PHP-Basis programmiert und möchten dies auch weiter tun. Allerdings haben wir bislang alles völlig "from scratch" programmiert, also ohne Hilfsmittel wie Frameworks, etc. Nun sind wir am Überlegen, ob wir künftig Frameworks einsetzen sollen. Grundsätzlich kommen für uns mal in Frage: Typo3, Zend Framework, Symfony, ev. auch CakePHP. Ich finde zwar stets Vergleiche im Web zwischen Zend, Symfony oder CakePHP, allerdings nie direkte Vergleiche mit Typo3. Ehrlich gesagt wissen wir derzeit überhaupt nicht, auf was wir setzen sollen. Unsere Jobbörse hat zwar einen relativ großen Content-Bereich (der mittels eines CMS sicherlich gut bedienbar wäre). Allerdings ist die Jobbörse auch mit extrem vielen Funktionen voll gestopft (Jobsuche, E-Mail Benachrichtigungen, Lebenslauf-Datenbank, Backend-Statistik-Tools, etc., etc.) Uns wird von verschiedener Seite immer wieder Typo3 empfohlen, allerdings haben wir Riesenangst ob wir uns damit die Entwicklung nicht ziemlich verkomplizieren und uns mit Typo3 ein zu enges Entwicklungs-Korsett anlegen. Könnt ihr mir hier einen Rat geben? Vor allem auf welcher Ebene wir ansetzen sollten. Von der Programmierfreiheit sehe ich folgende 3 Ebenen, wobei Typo3 für mich das engste Korsett hat (so wie ich das sehe).

    - Typo3
    - Frameworks (Zend, Symfony, CakePHP)
    - Selbstprogrammierung des gesamten Codes

    Ich wäre euch wirklich sehr dankbar, wenn ihr mir einen Vergleich vor allem von Typo3 mit anderen Frameworks geben könnt. Sind Frameworks für uns besser oder Typo3????

    Vielen Dank!
    David


  • just2b just2b
    TYPO3-Yoda
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    27. 10. 2007, 00:16

    Hallo David,

    willkommen im Forum!

    2 Dinge zum Start: TYPO3 ist ebenso ein Framework und TYPO3 ist [b]nicht[/b] die eierlegende Wollmilchsau, es gibt keinen Grund auf TYPO3 zu wechseln wenn mans nicht braucht.

    TYPO3 nimmt einem bei diesen Dingen einiges ab:
    - Mehrsprachigkeit
    - Einpflege von Content und Datensätzen
    - Granulares Rechtesystem

    Bei Extensions hast du die gesamte Freiheit die dir TYPO3 bietet aber wenn du nichts von den oberen Dingen brauchst, dann schleppst du Ballast mit den du nicht brauchst.

    lg georg

  • hokl hokl
    Typ im Roten Hemd
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    27. 10. 2007, 00:33

    wow, das ging ja schnell :))

    hmmm. also mehrsprachigkeit brauche ich keine, ich brauche auch kein Rechtesystem (bzw. nur ein sehr eingeschränktes), ev. am ehesten noch eine Content-Verwaltung, aber das bekomme ich ohne Typo3 auch schnell hin.

    Das grundsätzliche, warum wir an einen Einsatz von Typo3 denken (bzw. was uns auch immer empfohlen wird) sind die vielen Dinge, die wir nicht wieder selbst erfinden müssten, z.B. Login, Session-Verwaltung, User-Verwaltung, Formular-Erstellung bzw. Formular-Handling, etc. Die CMS-Anwendung selbst rückt bei uns da schon sehr in den Hintergrund. Deshalb für mich auch die Frage, ob wir nicht doch eher bei etwas rudimentäreren Frameworks wie Symphony oder Zend aufgehoben sind. Hast du hier Erfahrung bzw. Vergleichsmöglichkeiten zu Typo3?
    Was sind die wesentlichen Punkte, die vor allem für Typo3 sprechen würden (im Vergleich zu Frameworks)? Oder sollen wir doch wieder alles von Scratch neu entwicklen?

    lg, David

  • just2b just2b
    TYPO3-Yoda
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    27. 10. 2007, 00:41

    Hallo,

    also nur für einen Login oder ne Session TYPO3 zu nehmen kann ich wohl nicht ganz empfehlen, immerhin ist das ja dann wirklich schnell gemacht.

    Für schön gestylte Formulare musst du auch in TYPO3 mit HTML-Code in einer Extension ran, das zählt also auch nicht.

    Die wesentlichen Vorteile siehe oben und dann noch
    - TS mit doch einigen Möglichkeiten, was aber auch eher wegfällt weil Content nicht im Vordergrund steht (für Menüs zB).
    - GIFBUILDER um dynamisch Grafiken zu erstellen. Das könntest du mit ImageMagick/Graphicksmagick ebenso selbst
    - siehe oben

    Die anderen CMS/Frameworks kenn icht leider nicht, aber der Kernpunkt bei dir ist ja immer noch die ganze Jobbörse und die Frage ist ob man nicht schneller ist hier ein kleines CMS zu schreiben als sich dieses anzuschauen, zu erlenen und dann doch wieder anpassen zu müssen.

    Ist halt wirklich die Frage was von Grund auf alles entwickelt werden muss

    georg

  • mic_jan mic_jan
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    27. 10. 2007, 09:38

    [quote="just2b"]
    also nur für einen Login oder ne Session TYPO3 zu nehmen kann ich wohl nicht ganz empfehlen, immerhin ist das ja dann wirklich schnell gemacht.
    [/quote]
    Also ich finde gerade da macht TYPO3 Sinn. Denn die gesamte Benutzerregistrierung inkl. Zugriff auf bestimmte Seiten, etc. wird dabei von TYPO3 übernommen. Und genau das muss man nicht mehr neu erfinden. Dann kann man auch den Newsletter oder andere Sachen zusätzlich mit diesen Benutzern nutzen.

    Aber ob die Umstellung für euch Sinn macht, könnt ihr nur selber beantworten. Oder ihr beauftragt Dienstleister mit einem Umsetzungskonzept!?

    Gruss,

    Michael

  • just2b just2b
    TYPO3-Yoda
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    27. 10. 2007, 09:42

    Hallo[quote="mic_jan"]
    Also ich finde ge[rade da macht TYPO3 Sinn. Denn die gesamte Benutzerregistrierung inkl. Zugriff auf bestimmte Seiten, etc. wird dabei von TYPO3 übernommen. [/quote]

    IMO gerade nicht, sr_feuser_register ist wohl nur eine K(r)ampf-Extension, die nichts weiter macht als 2 queries und 2 mails zu verschicken [IMO die hässlichste Extension die TYPO3 zu bieten hat, aber OT] und das hat man sehr schnell nachgebaut. Und wenn man kein wirkliches Rechtesystem braucht, dann macht das keinen Sinn.

    [quote="mic_jan"] Dann kann man auch den Newsletter oder andere Sachen zusätzlich mit diesen Benutzern nutzen.[/quote]
    ob man für Newsletter nicht auf externe Tools zurückgreifen sollte, dmail ist ja auch nicht das gelbste Ei.

    aber wie immer alles IMO

    georg

  • mstuebner mstuebner
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    27. 10. 2007, 13:39

    [quote="just2b"]sr_feuser_register ist wohl nur eine K(r)ampf-Extension,[/quote]

    [quote="just2b"]dmail ist ja auch nicht das gelbste Ei.[/quote]

    Abgesehen davon, dass [b]"K(r)ampf-Extension"[/b] und [b]"nicht das gelbste Ei"[/b] so herrlich detailliert sind: Gibt es auch Extensionen die Deinen Ansprüchen gerecht werden?

  • just2b just2b
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    27. 10. 2007, 13:41

    hi matthias,

    ist bisschen OT, aber sr_feuser_register macht im Grunde ja wirklich nur 2-3 queries und verschickt mails. dafür ists aber herrlich komplex und fast nicht zu erweitern und dauernd irgendwo bugs.

    und zum newsletter: wie immer sind wohl Speziallösungen besser als eine Extension, siehe Forum, siehe Newsletter usw.. und für dmail extra TYPO3 zu installieren ist wohl sicherlich überzogen.

    georg

  • pulponair pulponair
    TYPO3-Anwärter
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    27. 10. 2007, 21:08

    Moin,

    hokl: Also, wenn es darum geht ein komplexe Anwendung zu konstruieren, die sich in eine Website integriert, dann bist Du mit einer Kombination aus CMS und "maechtigem" Framework am besten bedient. Typo3 waere ein Variante fuer den CMS teil, für die "Anwendung" bist du damit aber im Vergleich zu dem was symfonie, Cake oder on Rails leisten wirklich schlecht bedient. Typo3 ist ein CMS und als solches auch gut einsetzbar. Wenn es aber darum geht "Erweiterungen" zu erstellen, die ueber ein "bessers Gaestebuch" hinausgehen, tust Du dir keinen Gefallen, das als TYPO3 Extension zu realisiern, dafuer ist die Frontend API in Hinblick auf Abstraktion, Konsistenz und Skalierbarkeit einfach viel zu weit weg von "State of the Art".
    Die Realisierung einer "Frontend user registrieurung" wie z.b. die angesprochene "sr_feuser_register" is mit Sicherheit ein Beispiel, das du zum Vergleich ranziehen kannst.

    Der eine oder andere mag jetzt die Entwicklung von lib/div (ETC) als gegenargument Anführen, dazu meine ich : Der Ansatz ist sehr sehr begruessenswert, aber halt noch nicht angekommen.

    bye,
    Nikolas

  • hokl hokl
    Typ im Roten Hemd
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    27. 10. 2007, 22:00

    Hallo zusammen!

    Danke für eure bisherigen Inputs. Nachdem die Diskussion fast schon ein bisschen zu detailliert für mich geworden ist (da ich mich mit Typo3 im Detail noch nicht beschäftigt habe :)) bin ich sehr froh über den Input von "pulponair", der eher auf einer grundsätzlicheren Ebene ansetzt.

    Ich würde das mal kurz so zusammenfassen von euch (bitte korrigiert mich, falls ich falsch liege):
    Typo3 ist das richtige Teil, wenn man zum Beispiel Unternehmenswebsites umsetzen will, wo mehr oder weniger immer die gleichen Standard-Komponenten enthalten sind (Produktinfos, News-Modul, Kontaktformular, Unternehmensinfos, etc.). Sondermodule kann man dann über Extensions dranhängen (z.B. Produktkonfigurator).

    Sobald man es aber mit einer Web-Applikation zu tun hat (ich würde unsere Jobbörse mal als multifunktionelle Websoftware bezeichnen), dann ist Typo3 nicht mehr das richtige Teil, sondern da sollte man darüber nachdenken ob man
    a) alles selbst programmiert oder
    b) Frameworks verwendet (z.B. Symfony, Zend, CakePHP, etc.)

    Sehe ich das richtig so? Wie würdet ihr vorgehen? Würdet ihr alles von Scratch auf selbst neu programmieren, würdet ihr euch ein eigenes Framework basteln oder würdet ihr auf jeden Fall auf ein bestehendes zurückgreifen, das zwar einen gewissen Teil an Overhead hat aber dafür laufend weiterentwickelt wird? Und wenn letzteres: Welches Framework würdet ihr empfehlen?

    lg,
    David