[Frage] Typo3 gleitet arg ab, oder?

  • jofoet3 jofoet3
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    11. 11. 2020, 13:08

    Hallo liebe Typo3-Gemeinde,

    ich will mal eine grundsätzliche Frage in den Raum werfen, ob denn hier niemand merkt, dass Typo3 mehr und mehr unbeherrschbar und vor allem die Wartungsprobleme bei Upgrades exorbitant ansteigen.

    Seit dem Sprung von Version 4 auf die 6 kommt es bei jedem Versionsprung wieder zu dem gleichen Problem, dass fast nichts mehr passt. Sämtliche Methoden usw. nicht mehr passen aber interne Strukturprobleme nicht angefasst und weiter und weiter mitgeschleppt werden.

    Ich würde Typo3 mittlerweile nicht mehr als Enterprise CMS beschreiben, sondern eher als Chaos pur!
    Seit viele Jahren bin ich nun schon mit Typo3 unterwegs und seit 4 Jahren an einer großen Seite mit ca 30.000 Subpages tätig. Diese Seite wurde 2016 auf Typo3 7.x von einer Agentur neu programmiert, die sich offizieller Typo3 Integrator schimpft und diverse Siegel inne hat. Aber, selbst diese Firma hat es nicht geschafft, das System so zu gestalten, dass es auch nur den Sprung auf Version 8 einigermaßen schaffte. Statt dessen crashten schon beim upgrade von PHP auf Version 7 ziemlich viele deprecated Methoden (ok, da kann Typo3 nix für), aber das behoben und das Upgrade auf v8 angeschoben, crashte jegliche Extension, die das System beinhaltet und auch Kernfunktionen fuhren gekonnt gegen die Wand.
    Das hat für mich mir Enterprise überhaupt nichts zu tun!

    Anscheinend geht es aber nicht nur mir so, sondern alle, die Typo3 einsetzen klagen über abartig gestiegene Wartungsprobleme durch Upgrades. Leute, das kanns doch nicht sein!
    Ist ja schön und gut, dass ihr euch für das kostenlose System auch Arbeit schaffen wollt, aber die Lage ist derzeit so, dass man keine Agentur mehr findet, die mit dem ganzen Unfug selbst klar kommt. Zudem gibt es keine ITler und die Agenturen klagen über Fachkräftemangel.

    Ehrlich, wenn mich einer fragt, was er einsetzen sollte, steht Typo3 nicht mehr auf meiner Liste.
    Es ist absolut in die falsche Richtung abgeglitten!
    Kompatibilität war früher mal ein groß geschriebenes Wort und schon gar, wenn es um ein und das Selbe Produkt geht. Aber die neuen hippen Programmierer von heute greifen in den bunten Kasten von allem, was ein MVC Baukasten so her gibt, ohne an den Endnutzer zu denken.
    Ähm, woher kommt diese Gedankenlosigkeit?

    Ganz ehrlich, wir sitzen immernoch an den Problemen des 8er Upgrades und ich kann keinem vermitteln, dass wir eigentlich schon auf das 10er upgraden müssten. Zumal ich nicht weiß, wer das korrekt könnte?

    Alles in allem, Typo3 fährt sich nach Meinung Vieler grad ziemlich selbst gegen die Wand.
    Neos ist evtl. eine Alternative, aber das muss ich mir erstmal anschauen und auch beobachten, ob es diese furchtbaren Brüche in Zukunft auch dort gibt.
    Zumal, ist das System für so große Seiten tauglich? Mal sehen ...

    Der größte Horror für mich ist, dass die Leute dahin ausweichen, Seiten mehr und mehr mit Wordpress aufzusetzen, aus Verzweiflung ... aber das ist ja der absolute Worstcase!
    Aber ich werde das immer wieder gefragt, ob das nicht besser wäre... :(

    Ich wäre hier absolut für eine knallharte Strategie, dass Kompatiblität gesichert sein muss! Das kann durch eine Zweigleisigkeit geschehen, indem z.B. SuperLTS-Versionen eben auch z.B. für 10+ Jahre ausgelegt sind und man nicht dem Zwang erliegt, löchrige abgelaufene Versionen zu nutzen und vielleicht einen Zweig, der für hippe Experimente kiffender Programmierer taugt (so kommt mir Typo3 immer mehr vor).

    Was meinen die anderen Dazu?
    Ich bin zwar nur ein dummer Admin (ich habe irgendwann aufgegeben Typo3 noch programmieren zu können), aber als solcher bin ich ja an sich Zielgruppe Nr.1. Oder?
    Aber es fühlt sich nicht so an!

    Nebehner, die ganzen großen Typo3-Agenturen, die ich bisher kennengelernt habe, kommen mit vielen tollen großen Abkürzungen und Standards daher, aber beherrschen können sie diese schon lang nicht mehr... maximal einsetzen, so es eben geht. Ein gefährlicher Pfad!


  • jofoet3 jofoet3
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    08. 12. 2020, 14:38

    Ich habe eben mal Typo3 10 installiert ... naja, ich bin mal wieder geplättet, wie halbfertig das ist.
    Es kommen immer mehr Funktionen rein, aber davon wird es nicht besser.

    Erster Bug im Backend... bei Text-Bild-Element wird eine große Grafik in Originalgröße ausgegeben und verdeckt damit die Bedienelemente... man wird es also nie wieder los und muss das ganze Element löchen (öhm, da fehlt ne max. Größe an der Box.

    Zweiter Bug... ich habe bei der Konfig der Seiteneinbindung einen falschen Pfad eingegeben. Statt mir das nur anzukreiden, ist das System gleich mal sterben gegangen:
    Oops, an error occurred!
    The parsedUri "//http:192.168.11.198/start-typo3-responsive" appears to be malformed
    More information regarding this error might be available online.

    ... darf im Livebetrieb nicht so laufen! Beim kleinen Testsystem spiel ich fix das Backup zurück, klar!

    Drittens... ich habe diese fertigen Konfigs ausprobiert wovon eins das Typo3 gleich geschreddert hatte und das andere eigentlich nur mit viel Mühe und Basteln irgendwie ansatzweise hin zu bekommen war und ich dann das System wegen der oben genannten Seiten Config Probleme geschrottet habe.

    Das nur so nebenher... das macht echt keinen Spaß!
    Vielleicht liests ja wer, der was an die Entwickler tragen kann, aber solche Sachen muss man doch sehen!?
    Versteh ich alles nicht... ist alles eher wie ein großer Spielplatz, als ein Enterprise CMS.
    Selbst Wordpress (*hust*) kann das besser.
    Ich weiß, ich nörgle nur, aber wenn man nur zwischen Betonwänden hin und her rennt und ständig dagegen knallt. Naja...

    Vielleicht sollte nicht jedes Jahr eine neue Version mit tausend Neuerungen kommen, sondern mal eine, die Spaß macht? Ich vermisse das sehr!

    *Lästermodus wieder aus* ;)

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    08. 12. 2020, 20:44

    Erster "Bug" klingt, als wäre die Bildverarbeitung in der Instanz nicht korrekt konfiguriert. Aber das hat der versierte Sysmaintainer der TYPO3-Instanz sicher im Install-Tool zuvor von TYPO3 prüfen lassen.

    Zweiter "Bug": der versierte Integrator sollte mit der grundsätzlichen Syntax einer URI vertraut sein - falls nicht ist's der falsche Job. Und wer im Livebetrieb an Konfigs rumfummelt ohne diese zuvor getestet zu haben, der hat auch seinen Job verfehlt.

    TYPO3 erfordert zu einem guten Teil, dass man weiß, was man tut - zumindest als Sysmaintainer/Admin/Integrator.
    Falls diese "Bugs" ein Redakteur (trotz sauberer Vorarbeit des Sysmaintainer/Admin/Integrator) auslösen könnte, dann wäre das schlecht. Deine Beschreibung klingt aber eher nach Versäumnissen des Sysmaintainers/Admins/Integrators.

  • jofoet3 jofoet3
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    09. 12. 2020, 08:38

    Ja, aber stell dir mal vor, man ist kein professioneller Integrator, der das täglich macht.
    Dann klingt all das ziemlich pervers!
    Wenn man schon solche Pakete anbietet, die sich ja tatsächlich an Nicht-Integratoren richten, sollten die dann nicht beispielhaft korrekt laufen, wenn man diese auswählt, statt das System in eigenartige Zustände zu bringen oder gleich zu schrotten?

    Sorry, ich will nicht als Meckerer da stehn, aber hat sich irgendwer auch mal über Usability bzw. ein intuitives Konzept für die Installation Gedanken gemacht?

    ... ja, Installtool habe ich natürlich genutzt und alles abgehakt, was dort bemängelt wurde. ;)
    URI ... ja, aber wenn das schon in der FAQ der Installationsanleitung der Test-Templates falsch beschrieben wird, was soll ich dann als Umsteiger von Version 8 hellsehen, was genau an welcher stelle für eine URI rein muss?
    "/" ist falsch beschrieben und dort musste zu erst mal die komplette URI rein. Da die danach automatisch erzeugten Unterseiten wieder als Startseiten definiert wurden, habe ich natürlich auch dort die komplette URI eingetragen ... ups... System 1x voll gegen die Wand und nein, ich habe jetzt mal nicht die DB umgegraben, denn ich wollte einfach nur mal "problemfrei" die Version 10 testen und das ist mir nur sehr rudimentär gelungen.
    Generell darf es aber nicht sein, dass das Backend durch eine Konfigurationseinstellung fürs Frontend gegen die Wand geht. Das ist ein echtes Problem!!!
    Andere Systeme bekommen das easy hin, wenn dort Templates angeboten werden ... dann fuktioniert das auch bis zu ende gedacht und nicht nur bis zu einem Zustand der Ratlosigkeit oder gar einem Crash.

    Ich wollte damit nur sagen, Typo3 macht eigentlich keinen echten Spaß mehr und alles fühlt sich nur noch unfertig und gehetzt an. Das war mal anders... aber wer zu viel will, der bekommt am Ende eben nur Halbgares, weil Keiner mehr vermag alle Fäden in der Hand zu halten. Das Problem sehe ich hier sehr und naja, schade!

    Man könnte ja mal eine große Umfrage machen und auch mal über alle Medien hinweg streuen, dass so viel wie möglich Leute ins Boot kommen, um die Lage real zu erfassen, denn ich sehe diesen Unmut nicht nur bei mir... traut sich nur immer keiner zu meckern, was schade ist, denn als Jasager verändert/gestaltet man die Welt nicht mit.

    ... also bitte nicht immer darauf verweisen, dass der Nutzer zu blöd ist, sondern darüber nachdenken, wie der Nutzer nicht mehr in diese dummen Situationen kommt. Das macht gutes Programmdesign aus und nicht, welche hippe Funktion man als nächstes halbgar integriert.
    Ansonsten ist das ganze nur Selbstzweck und Spielplatz.

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    09. 12. 2020, 08:57

    Nein, es ist eben *kein* Spielplatz.

    Wer meint, mal eben mit bisschen Hobbywissen nebenbei ein Enterprise System aufsetzen zu können, der wird keinen Spaß damit haben. Derjenige sollte lieber auf den Spielplatz zum Spielen gehen.

    Schon mal überlegt, ob es überhaupt Ziel eines Enterprise-Produkte ist, dass jeder Hobby-Bastler es adhoc installieren/konfigurieren/integrieren kann???

  • jofoet3 jofoet3
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    09. 12. 2020, 09:01

    Enterprise wird hier total verunglimpft:

    Typo3 gibt sich ja selbst gern die Bezeichnung Enterprise CMS, aber das muss man sich auch verdienen und dort sind Kriterien, wie Wirtschaftlichkeit, Stabilität, Sicherheit und Flexibilität die Schlagworte. Typo3 hat leider nur letzteres auf seiner Seite und das ist in der Reihenfolge tatsächlich der Letzte.

    Nebenbei, die meisten Profi Agenturen bekommen das auch nicht hin!
    Das ist das Problem!

    ... achja, mit deinem Post eben hast du auch sofort eingeräumt, dass Wirtschaftlichkeit absolut kein Kriterium für die Typo3-Entwicklung ist. :(
    Und genau das ist der Knackpunkt, um den es mir in diesem Thread von Beginn an ging!
    Typo3 driftet irgendwo hin ab, wo die Realtiät nicht mehr mit kommt.

  • jofoet3 jofoet3
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    09. 12. 2020, 09:11

    Ich habe eben auch mal getestet, worum es mir eigentlich ging und ich bleibe bei Spielplatz für Progrmmierer, den die Probleme, mit denen ich täglich zu kämpfen habe, sind noch immer nicht angegangen.
    => Ein Hunds miserables Datenmodell und das rächt sich durchs ganze System hinweg.

    Das ist noch Stand der 2000er Jahre und selbst dafür noch richtig schlecht! ich korrigiere... Stand der 70er Jahre... dafür taugts!

  • jofoet3 jofoet3
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    09. 12. 2020, 09:13

    Sorry, das ist kein Bashing und solls auch nicht sein!
    Das ist traurig!

    Wo ich schonmal dabei bin... ich weiß, ich bin ein Amateur und habe von nichts eine Ahnung... aber ich schreibe als Programmierer und Datenbankmodellprofi dennoch was dazu ... ;)

    Aus der fürchterlichen DB erklären sich viele Krücken, aber auch die Lahmheit von Typo3 mit dem Umgang verzweigter Datenverknüpfungen.
    Alles wurde hier in die lahme Programmierung gesteckt, anstatt eine Datenbank (korrekt: DatenBankManagementSystem) dafür zu nutzen, wofür es da und in Sachen DatenManagement-Funktion und Geschwindigkeit unübertroffen optimiert ist.
    Eine Datenbank ist keine dumme Datenablage, sondern höchst effiziente Software!

    Nur nebenher, ich bin selbst Datenbank- und Web-Anwendungsprogrammierer, habe auch schon eigene kleine CMS von Grund auf umgesetzt, daher sehe ich leider genau, wo Taypo3 krankt. Manchmal ist der Blick von außen hilfreich!

    Nachtrag:
    So gut MVC-Programmierung auch ist, darf man nicht vergessen, die Fundamente im Auge zu behalten und das M steht nicht dafür, dass alles in PHP abzubilden, sondern an der Stelle muss dafür gesorgt werden, dass die Datenbank tatsächlich die Nutzung abbildet und die PHP-Komponente nur das Nötigtse enthält. Derzeit steckt das ganze Datenmodell komplett im PHP-Teil und da muss sich niemand wundern, dass das Haus öfter beginnt zu kippen, wenn die Fundamente nur im Sumpf stehen.

    Ich weiß, das will keiner hören und keiner hat Bock drauf, das System mal wirklich auf einen guten und super Effizienten Stand zu bringen ... also lieber weiter mit dem alten rostigen Tanker, ... da und dort mal noch ein Gimmick angeschraubt, dass den Rost verdeckt ... anstatt das Schiff mal in der Werft zum Luxusliner überholen zu lassen.

    So, glaub ich habe mein Buch jetzt erstmal fertig ... hihi!

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    09. 12. 2020, 16:45

    Hier nur mal kurz eine andere Sicht der Dinge: Ich habe gerade eine umfangreiche TYPO3 Webseite von Version 7 auf die aktuelle 10er gebracht - ohne nennenswerte Probleme. Dabei blieben alle Inhalte erhalten, tt_news wurde zu tx_news und alle Extensions (u.a gridelements, zahlreiche Eigenprogrammierungen) laufen einwandfrei. Es geht also auch anders!

    Ja, TYPO3 ist nicht immer einfach und ich ärgere mich auch mal, aber das meiste was du da schreibst, kann ich nicht bestätigen.

  • jofoet3 jofoet3
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    10. 12. 2020, 10:05

    Ja, mit einer kleinen Instanz und nur Standardextensions wirds kein Problem geben, das sehe ich auch so.
    Aber das Wort Enterprise, auf welches so viel Wert gelegt wird, sollte gestrichen werden, denn es erfüllt die Kriterien und schon gar den Qualitätsanspruch, der hinter dem Begriff steht, nicht.
    Ich bin neidisch, dass es bei euch so gut geklappt hat, denn da habt ihr einen der seltenen Perlen erwischt, die schwer zu finden ist, unter den Dienstleistern! Ich habe schon etliche Firmen im Boot gehabt und bisher hat jede Müll gebaut und die die wirklich gut sein könnten, haben zu wenig Manpower, was sich derzeit recht peinlich auswirkt, da vieles in der Pipeline stecken bleibt.
    Irgendwas ist ja immer...
    Aber das mit dem Müll bauen kommt eben genau daher, dass ständig das Ruder rumgerissen wird und sich Methoden ständig ändern. Klar sind die Firmen schuld, aber auch das System an sich trägt eine Schuld an der Misere. Man kann doch den Entwicklern nicht ständig die Basis unter den Füßen weg ziehen, auch wenn es noch so reizvoll ist, Neues umzusetzen ... aber da sind wir wieder beim Spielplatz. ;)

    Wir werden völlig neu aufsetzen, vieles wird dann einfach nicht mehr umgesetzt und wir werden auch nur noch Standardextensions einsetzen (diesmal passen wir aber auf, dass nicht die umsetzende Firma auch hinter den Extensions im TER steckt).
    Nur bei den Daten muss man schauen, dass die ordentlich rüber kommen, denn 30000+ Seiten wären ein echter Verlust.

    Aber gut, dass es bei euch so super läuft! ;)