[Frage] Typo3 und Wordpress....?! TYPO3-Version: 8.7.7

  • michaelR michaelR
    Typ im Roten Hemd
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    06. 10. 2017, 16:32

    Hallo Zusammen,

    ich bin Selbstständig und baue Webseiten mit Typo3, dazu verwende ich Mask um Content Elemente zu erstellen.

    Leider entwickelt sich der Markt immer mehr und mehr in Richtung Wordpress, schon über 30% aller Webseiten werden damit erstellt. Die Popularität sorgt dafür dass immer öfters Kunden Fragen ob wir das nicht auch in Wordpress umsetzen können. Das bringt mich dazu drüber nachzudenken ob ich nicht auf Wordpress umsteigen sollte.

    Ich hab mir jetzt also mal eine Wordpress installation erstellt und dort mehrere Templates installiert um mal einen Überblick über deren Aufbau zu bekommen.

    Was mich hier am meisten stört ist folgendes:

    - Es gibt keine Content Elemente mit denen ich frei den Aufbau meiner Seite bestimmen kann.
    - Man ist gezwungen tausende Plugins zu installieren, ohne Plugins läuft nix.
    - Man muss exakt vorher Wissen wie die Seiten aufgebaut sein müsser
    - Das Ändern von Texten muss teilweise ganz komplex in den Optionen des Themes gemacht werden

    Also so sehr ich mich jetzt bemühe irgendwelche Vorteile in Wordpress zu entdecken... ich finde keine. Ich bin grad kurz davor Wordpress wieder in die Ecke zu schmeißen.

    Gib's hier irgendwen der neben Typo3 auch mit Wordpress arbeitet? Wie zum Teufel kann so ein schlechtes Blogsystem zum Marktführer bei CMS Systemen werden?! Ich verstehe es wirklich nicht.


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  • Teisinger Teisinger
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    06. 10. 2017, 19:11

    Hey,

    ja kann ich dir sagen:
    a) Themes - Typo3 im vergleich hat gleich 0... zudem sind die Themes relativ günstig. Das heißt eine fix fertige Webseite zu erstellen ist mit Wordpress schneller und günstiger. (Nachteile von den Themes lasse ich hier mal weg)

    b) Wordpress macht fast keine Vorgaben wie was zu funktionieren hat, dadurch kann jeder "depp" für wordpress was basteln (themes - plugins etc.). In Typo3 und anderen CMS müssen sich die Leute erst einmal mit den Vorgaben auseinandersetzten, z. B. Extbase - Fluid - TypoScript und so weiter.
    Das ist der größte Vorteil und gleichzeitig der größte Nachteil von Wordpress meiner Meinung nach.

    Wordpress ist damit schneller zum laufen zu bringen und damit auch kostengünstiger.
    Dafür Zahlt man dann halt auch einen Preis auf den die Meisten "billig" Kunden nicht spekulieren:
    Updatesicherheit, Sicherheit allgemein, Mehrsprachigkeit und und und...

    Man kann in WP zwar viel Nachrüsten, aber genau da ist auch der Knackpunkt - es ist von drittanbietern nachgerüstet (Plugins).
    Das muss man zwar bei Typo3 zum Teil auch, aber da es eben Vorgaben gibt wie was zu machen ist - ist es dort einfacher für programmierer die nicht das spezielle plugin entwickelt haben, dieses weiter zu entwickeln oder an zu passen.

    Du musst deinen Kunden das Backend zeigen, es ist in T3 einfach (meiner Meinung nach) sehr viel Strukturierter / Aufgeräumter / Sauberer / Verständlicher.

    WP kann halt von jedem Lain installiert werden und jeder kann sich selbst ein Theme installieren - auch deswegen ist es sehr weit verbreitet.

    Wordpress kommt bei mir nur bei Kunden zum Einsatz die eine Webseite haben wollen damit sie halt auch im Internet vertreten sind - für alle die etwas mehr wollen (da beginnt es bei Mehrsprachigkeit schon) wird Typo3 verwendet.

    Kunde sieht halt nur WP Seite kostet - zum Beispiel 800 Euro - Für Typo3 bist du sicherlich beim Doppeltem. Sehen aber nicht die Vorteile, da musst du ran und sie ihnen beibringen: zum Beispiel ist es super easy in T3 Landingpages mit unter zu bringen oder auch ganze eigene zusätzliche Webseiten in der selben Installation.

    Also so wie ich die Erfahrung gemacht habe:
    Wie haben Kunden die hatten zuvor WP oder Joomla, sind dann zu uns gekommen und haben eine T3 Seite bekommen <- alle(!) sind mehr als super Happy damit und möchten nicht mehr zurück... :)

    Allerdings muss ich deine Aussage revidieren: WP ist kein schlechtes Blog System - im gegenteil da kann sich T3 noch eine scheibe abschneiden - aber wenn es nur etwas mehr als ein Blog sein soll, scheidet es schon aus (für mich).

    https://github.com/groundstack-org

  • freeatweb freeatweb
    Jedi-Meister
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    09. 10. 2017, 10:57

    Hallo,

    interessante Frage!

    Ich persönlich habe nichts gegen WordPress per se, nur verleitet WP viele Dienstleister ohne jegliche Programmier- und/oder Fachkenntnisse (egal in welchem Bereich) - und das bestätigen meine Erfahrungen leider immer wieder - Projekte umzusetzen bzw. zusammenzustöpseln, für die WP mittel- und langfristig absolut ungeeignet ist.

    Für den Kunden ist es, gerade in der Angebotsphase, sehr schwer nachzuvollziehen ob er/sie einem Dienstleister mit oder ohne Programmier- bzw. Fachkenntnissen gegenübersitzt.

    Programmier- oder Fachkenntnisse sind ja bei WP in erster Linie nicht mal erforderlich, daher funktionieren ja viele WP-Seite ja (zumindest vorerst) einwandfrei und kostengünstig.
    Daher auch die weite Verbreitung des Systems.

    Erst wenn der Kunde, meist nach einigen Monaten im LIVE-Betrieb, Anforderungen an das CMS stellt wie

    - mehrere Inhaltselemente auf einer Seite
    - Mehrsprachigkeit (lässt sich mit WP ja gerade noch lösen)
    - spezielle User- und Redakteurrechte (Usermanagement)
    - übersichtliche Verwaltung von großen Datenmengen
    - übersichtliches Filemanagement
    - Content-Freigabeprozesse
    - etc., etc.

    gibt es zuerst mal ein böses erwachen für die oben kritisierten Dienstleister.
    Erst danach ein böses Erwachen für die Kunden (die dann meist auf ein Baukastensystem ausweichen).

    Auf Themen wie z.B. Sicherheit, Codingstandards, usw. und warum diese Themen gerade für den Kunden so wichtig sind, gehe ich hier nicht im Detail ein.

    Hat WordPress Vorteile:
    ja, nur sollte man sich nicht nur die aktuellen, sondern auch die mittel- und langfristigen Anforderungen des Webauftritts ansehen (mögliche Ausbaustufen berücksichtigen).

    Tut man das als Dienstleister nicht, so kann das auf mittel- und langfristige Sicht für den Kunden RICHTIG teuer werden!
    Als Dienstleister kann man sich somit sehr schnell ins eigene Knie schießen.

    Natürlich hat auch TYPO3 seine Schwächen/Nachteile.
    Das "schlimmste" was einem als Kunden jedoch bei TYPO3 passieren kann, ist dass man mit einer Kanone auf Spatzen geschossen hat. Jedoch hat man dann als Kunde ein System zur Verfügung, dass mühelos mit wachsenden/sich ändernden Unternehmensprozessen mithalten kann.

    Lange Rede kurzer Sinn: NICHT das CMS in den Vordergrund stellen, sondern den Kunden und seine mittel- und langfristigen Bedürfnisse!
    Und egal für welches CMS man sich dann entscheidet - man sollte als Dienstleister immer vorab sicher stellen, mit dem CMS auch in technischen Belangen umgehen zu können.

    Lg

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