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wieviel kann man verlangen?


Autor Nachricht
Verfasst am: 27. 08. 2003 [20:53]
via
Themenersteller
Dabei seit: 11.08.2002
Beiträge: 192
hallo,

ich suche die ganze zeit schon einen beitrag indem jemand geschrieben hat wieviel man für webseiten in typo3 verlangen kann. preis für design, pro seite etc.

es geht hier lediglich darum zu erfahren, wieviel man als "nebenverdienst" für ein kleines webprojekt verlangen kann bzw. was üblich ist? vergleichsweise wären auch agenturpreise interessant.

irgend etwas zum orientieren wäre nicht schlecht.

danke,
via
ProfilWWW
Verfasst am: 27. 08. 2003 [20:57]
doku
Dabei seit: 12.08.2003
Beiträge: 1623
jeder hat seinen preis...
...und du hast deinen.

du wirst doch wohl wissen, was du wert bist... icon_wink.gif
Profil
Verfasst am: 27. 08. 2003 [21:07]
via
Themenersteller
Dabei seit: 11.08.2002
Beiträge: 192
ich mach das nicht zum broterwerb, sondern nur mal so zum spass, wenn mich mal jemand fragt. deshalb meine frage.
ProfilWWW
Verfasst am: 27. 08. 2003 [22:48]
robert.meyer
Administrator
Dabei seit: 09.08.2002
Beiträge: 540
Hallo,

sicherlich hat jeder seinen Preis - seinen Stundensatz. Und die liegen bei professionellen Anbietern in einem anderem Niveau als bei privaten. Bei privaten Anbietern halte ich sicherlich Stundensätze von 15-30 Euro aufgrund des Vorwissens für angemessen. Bei professionellen Anbietern wird sich der Stundensatz zwischen 50 und 100 Euro bewegen.

Pauschalangebote sind in der Regel ein Mix aus Stundensatz und dem, was das gesamte Projekt dem Kunden wert ist. Hierbei sind beim Stundensatz jedoch auch einige Eventualitäten einzurechnen, von denen sicherlich einige auftreten werden. Wir berechnen Pauschalangebote als Agenturdienstleister hingegen nur auf Basis des Stundensatzes.

[u:ee9d677899]Warum ein Stundensatz zwischen 15 und 30 Euro für private Anbieter realistisch ist:[/u:ee9d677899] Private Anbieter haben keine Personalkosten, Bürokosten oder Gerätekosten, die in den Stundensatz eingerechnet werden müssen. Jedoch können private Anbieter keinen professionellen Service bieten, da es z.B. bedingt durch Krankheit, Urlaub etc. Ausfälle gibt, die sich insbesondere in Störungssituationen gravierend bemerkbar machen, wenn der einzige Ansprechpartner für 3 Wochen nicht erreichbar ist... (You get what you pay for)

Dennoch ist einiges an Vorwissen erforderlich, um Typo3-Leistungen anbieten zu können. Einfache HTML-Kenntnisse reichen hier nicht aus. Dieses Vorwissen kann man sich durchaus bezahlen lassen. Darum sind Stundensätze von 7-10 Euro, wie für Schülerarbeit üblich, undiskutabel.

Der genaue Stundensatz ist sicherlich von der Selbsteinschätzung abhängig.

Für ein einfaches Typo3-Projekt (ohne Module) können sicherlich 15 Stunden Implementierung als realisitisch angesehen werden - der Rest ist Unwissenheit. Design, Kundengespräche etc. sind hier natürlich nicht mir enthalten.

Einige mögen hier anderer Ansicht sein. Aber wie gesagt: Der Stundensatz ist abhängig von der Selbsteinschätzung.

Mit freundlichen Grüssen,
Robert Meyer
------------------------------------------
Mittwald CM Service
http://www.mittwald.de
Tel: 05772 / 293-000
ProfilWWW
Verfasst am: 27. 08. 2003 [23:55]
wkueting
Dabei seit: 16.07.2003
Beiträge: 67
Grundsätzlich gebe ich der Darstellung von Robert recht.
Ergänzen möchte ich das es häufig auch von der Klientel abhängt, die man "bedient", was man "verlangen" kann.

Gerade bei Unternehmen die wissen sollten was "gute Handarbeit" kostet stößt man bei Angeboten oft auf kopfschütteln. Da sie eine Website oft nur als Ergänzung ihrer gesamten Firmendarstellung nutzen, soll das ganze auch nicht viel kosten.
Die Ergebnisse sieht man bei so manchen Klein- und Mittelstandunternehmen.

gruß wk.
Profil
Verfasst am: 28. 08. 2003 [00:36]
Jörg Roth
Dabei seit: 15.05.2003
Beiträge: 350
Im Moment schätze ich die Typo3-Situation so ein, dass sich sehr viele drauf stürzen und mit Kanonen auf Spatzen schießen. Das zeigt sich auch hier in den Typo3-Seiten aus Germany.

Ohne jetzt aber zu sehr ins OT abzudriften:

Wenn man Typo3 beherrscht und auch die damit verbundenen Zusatzleistungen (Hosting, Providing, Service, Erfüllung von Spezialanforderungen, etc.) zur Kundenzufriedenheit anbieten kann, sind deutlich bessere Stundensätze als 30 Euro auch für "private" oder Freelancer absolut realistisch. Als Beispiel: Wäre ich mein eigener Chef, würde das Stundenmittel bei 65 Euro liegen (MT: 650 EUR).

Dort in etwa liegt das untere Niveau einer kleinen Agentur. Nach oben hin sind die Grenzen schwer abzuschätzen und der Stundensatz einer mittleren oder großen Agentur ist sehr stark von der regionalen Lage und dem Namen abhängig. Ein "Provinzler" wird 120 Euro und mehr absolut nicht bekommen.

Dann gibt es die bereits von Robert angesprochene Kompetenz. Ein "privater" hat die nun einfach nicht.

Über Budgetierungsprinzipien und deren Anwendbarkeit schreibe ich mal nichts. Meist sind umfangreiche Projekte eine "gesunde" Mischkalkulation. Die Berechnungsgrundlage ist meist der avisierte Manntag. Anforderungsprofil, Pflichtenheft & Co. dienen den "Producer" als Grundlage zur Festsetzung von Größenordnungen und Aufwand.

Solche Budgets sind immer verhandelbar. Grade und insbesondere bei CM-Systemen ist meist die "Spezialanforderung" eine schwer kalkulierbare Größe.

Beispiel:
50 Seiten in 7 unterschiedlichen Bereichen, davon 35 im Produktbereich. Die definierte Struktur und die Anbindung des Templates per TS würde hier beim Profi nur ein paar Stunden in Anspruch nehmen. Der Nicht-Profi fängt dann bereits an mit elementaren Dingen wie etwa Navigationskonzept zu kämpfen.
Dann kommen die erweiterten Dinge: News, Kontaktformular, Adressliste, umfangreiche und verschachtelte Tabellen im Produktbereich (Datenblätter) und so weiter. Da braucht der Profi dann auch wieder ein paar Stunden für. Der Nicht-Profi muss hier oft in Doku's wälzen und verzweifelt nicht selten an all den kleinen Schaltern, die nicht dezidiert erläutert werden.
Zum Abschluss kommen dann die harten Nüsse: Implementation und Integration externer Datenquellen, Anpassen von Modulen, Entwicklung neuer Module. Da braucht der Profi dann schon etwas länger für und beim Non-Profi geht ein Tag in den nächsten über.

Das muss man nicht an der Kompetenz der einzelnen Person fest machen, sondern vielmehr an der verzahnten Arbeitsweise innerhalb einer Agentur oder eines Dienstleisters. Der Projektleiter kümmert sich um den Kunden und stimmt die nächsten Schritte ab und liefert benötigte Infos an den T3-Profi. Der setzt step-by-step die Anforderungen um. Der Pixelschubser erstellt Layouts und kümmert sich um den StyleGuide und die Jungs aus der Programmierschmiede greifen den T3-Heini bei kniffligen PHP-Geschichten mal grade unter die Arme. Und der Admin setzt den LiveServer schon mal auf, bereitet ihn vor und macht schon mal die KK's, DNS-Einträge und so weiter Startklar. Naja, und die Angebote, Rechnungen etc. pp. schreibt dann halt der Chef in einer freien Minute zwischen 17 anderen Terminen.

Fazit:
Ein "kleines Webprojekt" mit Typo3 abzufeuern ist gleich "Kanone auf Spatzen". Der Privatmann sollte also einen entsprechenden Preis machen.
Eine mittelständische Agentur braucht für ein kleines T3-Projekt 2 Tage. Nimm einen durchschnittlichen Tagessatz von... sagen wir mal 1000 EUR ---> 2000 EUR. 1 Tag Layout, 1 Tag Produktion. Alles was darüber hinaus geht (exkl. Besprechung, Abnahme, Angebot, etc.), ist Zusatzaufwand.

Vielleicht hilft Dir und anderen das ein wenig als Orientierung (ich kann hier ja nicht zu viel "ausplaudern"icon_wink.gif icon_lol.gif

ProfilWWW